Nicht mehr mein Freund

„Du bist nicht mehr mein Freund!“

– „Das macht nichts: Ich bin deine Mutter!“

*Schweigen*

„Aaaaarm!“

Wie verklärend einfach so ein emotionsgeladener Dialog mit einem fast Dreijährigen sein kann! Die größte Wut, verpackt in der Erklärung, man sei wegen seines Fehlverhaltens jetzt ausgeschlossen aus der kleinen Welt des 15kg-Männchens.

Und dann die Anerkennung: Ja, die große Frau muss ich mir nicht mit dem schwammigen und vielleicht unverlässlichen Band einer Kleinkindfreundschaft sichern. Die große Frau ist immer, ist trotzdem, da und will mich auch dann haben, wenn ich sie ausschließe und wenn ich auch noch so sehr stampfe und schreie und so unglaublich wütend bin.

Mein Kleinster, nicht-Gefühlsstarker, für den die Welt sortierbar und nicht jede Emotion überbordend ist. Für ihn ist vieles so schnell wieder so klar und nachvollziehbar und greifbar. Auch diese verstehende Gefühlswelt darf im Vordergrund stehen und verdient so viel Beachtung – dieses Gleichgewicht, das einfach im Lot ist, so natürlich und gesund inmitten der großen, zu großen Emotionen und Nervenverwirrungen.

Eine Antwort auf „Nicht mehr mein Freund“

  1. Klasse, einfach gut !Das muss man garnicht kommentieren, das spricht für sich und mit so einer tollen Autorin, die das ganze Geschehen in Worte packt ! Einfach nur gut. Großes Lob, Gina wiedermal.
    Maren

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