Multiple Sklerose



MS ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. Von Erschöpfung und Schwäche in Armen und Beinen können die Symptome bis zu Inkontinenz und Behinderung reichen. Vor allem, wenn du kleine Kinder hast, so wie ich, ist eine solche Erkrankung eine große Belastung – inklusive Fragen wie: „Kann ich nächstes Jahr noch mit meinen Kindern auf den Spielplatz gehen?“ „Verdumme ich, sodass ich meine Arbeit nicht mehr ausüben kann?“

Als in meinem Fall die Diagnose „MS“ im Raum stand, war für mich zuerst eins wichtig: Multiple Sklerose – was ist das überhaupt? Ganz nach dem Motto „Kenne deinen Feind“ begann ich, mich zu informieren.

Wissen über MS

Ich erfuhr, dass die Multiple Sklerose – oder Enzephalomyelitis disseminata (ED) – auch die „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ genannt wird. Warum? Die MS verläuft bei jedem Betroffenen anders und auch zum Therapieerfolg können die Ärzte vorab keine Aussage treffen. Die MS ist eine chronische-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Was ist das? Es ist das Gehirn und das Rückenmark – wusste ich vorher auch nicht. An MS erkranken meist Menschen im jungen Erwachsenenalter – passt, ich war 32. Frauen erkranken doppelt so oft, vor allem die Hormonumstellung nach einer Entbindung wird mit dem Ausbruch der MS in Verbindung gebracht. Auch dies habe ich so erlebt.

Was passiert bei MS?

Unsere Nerven kann man sich wie Stromkabel mit einer Isolierschicht vorstellen. Bei unseren Nerven heißt diese Isolierschicht Myelin. Dieses wird bei MS von unserem eigenen Immunsystem angegriffen: Entzündungen entstehen. Dadurch können die Nerven die Botschaften nicht mehr so gut übertragen. Deshalb haben MS-Kranke oft Missempfindungen, stolpern häufig oder können nicht mehr gut sehen.

MS? Sieht man dir gar nicht an!

Wenn so etwas innerhalb weniger Tage große Einschränkungen verursacht, ist die Rede von einem „Schub“. Der klingt entweder allein ab oder wird mit Cortison-Infusionen behandelt. Viele andere Symptome beeinträchtigen MS-Kranke in ihrem Alltag. Vielleicht ist ihre Kognition beeinträchtigt, sie können sich also nicht mehr lange konzentrieren und sich schlecht etwas merken. Oder ihre Arme und Beine fühlen sich „schwer wie Blei“ an – kenne ich auch nur allzu gut. Was andere auch nicht sehen, ist eine Blasenfunktionsstörung: Betroffene können nicht mehr gut oder gar nicht mehr kontrollieren, wann sie aufs Klo müssen.

Dann gibt es noch die Müdigkeit. Sie kommt so plötzlich und unabweichlich, dass du dich ihr ergeben musst. Es ist dann zu schwer, einen Löffel zu heben oder auch nur eine Minute länger wach zu bleiben. Dafür bekommst du im Alltag am wenigsten Verständnis. Vor allem – natürlich! – nicht von deinen kleinen Kindern. Für sie bist du garnichtkrank. Es ist kräftezehrend, mehr als jede gesunde Mama es sich vorstellen kann.

MS und Vorurteile

*Lies mein persönliches Vorurteilsranking*

Es gibt gegen die Multiple Sklerose noch immer zahlreiche Vorurteile, obwohl weltweit rund 2,5 Millionen Menschen betroffen sind. Je größer die Entfernung zum Äquator ist, umso mehr Personen sind erkrankt. Es soll hier auch einen Zusammenhang mit Mangel an Vitamin D geben. Ich wohne im regnerischen Hamburg – das würde also passen.

Ganz wichtig zu wissen ist, dass MS nicht ansteckend und nicht direkt vererbbar ist. Im Rollstuhl muss man als MS-Kranke auch nicht unbedingt landen. Immerhin gibt es heute zahlreiche Medikamente.

Zu meinen Therapieerfahrungen wird es noch einen eigenen Blogbeitrag geben …