Raubtierfütterung

Wenn wir am Esstisch sitzen, weiß das die ganze Nachbarschaft. Denn dann sind wir eines: laut! Jetzt übertönt einer den anderen, primär ist jetzt ein Grundbedürfnis: den (aller-)größten Brocken fressen! Ich werde jetzt zur Tyrannosauria Rex – das dominierende Muttertier an der Beute unter all den Männchen. Sie wollen den größten, besten und schmackhaftesten Bissen – aber das herrschende Muttertier bin ich: stark, laut und eine echte Matriarchin.

Die Jungtiere kreischen mit ihren schrillen Stimmen, sie wollen gefüttert und getränkt werden.  Sie sind darauf erpicht, sich gegenseitig die besten Bissen aus den Klauen zu reißen – im Magen sind sie sicher. Aber: Treiben sie es zu bunt, hebe ich meine gewaltigen Pranken und lasse sie auf die Tischplatte niederschmettern: Dann ist es ruhig – für einen Moment. 

So geht der tägliche Kampf um die Beute – sind die Jungtiere gesättigt, verlassen sie schnell, leise und unbemerkt den Fressplatz, geduckt huschen sie von dannen. Ruhe kehrt ein. Und langsam, aber noch immer zum Sprung bereit, nehme ich meine normale Gestalt wieder an.

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